Am Sonntag war es endlich soweit. Nach 1983 ist Estudiantes
de Mérida wieder venezolanischer Fussball-Meister und hat
damit einen Platz in der Quali-Runde für die Copa
Libertadores sicher. (Vielleicht sieht man sich ja im
Weltpokalfinale gg. Bayern? :D )
Seit Tagen war das kleine Stadion mit 12.500 Plätzen restlos
ausverkauft. Da Kinder umsonst rein dürfen war das Teil aber
wohl mit ca. 16.000 Leuten hoffnungslos überfüllt.
Das tat aber Spass und Stimmung keinen Abbruch. Schon 1.5
Stunden (!) vor Anpfiff war das Oval randvoll. Der Verein
liess sich etwas einfallen und brannte zum Einlauf der
Mannschaften auf der Aschenbahn viele Feuerwerkskörper ab,
das es ordentlich rumste. Gouverneur, Bürgermeister (die
sonst nie den Fussball unterstützen) und was sonst noch
keinen Rang und keinen Namen hat, durften sich vor
Spielbeginn auch von den Anwesenden auspfeifen lassen. Kultig.
Die Vorzeichen waren klar. Monagas stand mit einem Punkt
besser da, hatte die beste Abwehr und ein Unentschieden würde
ihnen zum Titel reichen. Estudiantes rannte von Anfang an
gegen das Abwehrbollwerk an, zunächst aber ohne Erfolg und
kam kaum zu nennenswerten Spielzügen. In der 43. Minute nahm
sich dann der 23-jährige Nationalverteidiger Leonel Vielma
ein Herz und zog einfach mal aus ca. 30 Metern ab.
Das Geschoss schlug im linken unteren Eck ein und verwandelte
die Tribüne in ein Tollhaus. Mit dem 1:0 gings in die
Halbzeit die zum ordentlichen Nachtanken genutzt wurde.
Kurz nach Wiederanpfiff nahm Nationalstürmer Ruberth Moran (vier
Tore in der WM-Quali) einen langen Steilpass auf, drang von
links in den Strafraum ein und überwand den Gästekeeper mit
einem geschickten Linksschuss, der vom langen Innenpfosten
ins Gehäuse trudelte. Für die Estudiantes-Fans gab es ab da
kein Halten mehr und die Hartgesottenen im Fanblock suchten
sich schon mal die beste Ausgangsposition auf dem Zaun.
Monagas setzte zwar alles auf eine Karte, kam aber nicht mehr
zu richtigen Chancen. Estudiantes hätte in den
Schlussminuten per Konter noch das ein oder andere Ding drauf
setzen können, war im Abschluss aber dann doch zu
unkonzentriert da man in Gedanken wohl schon beim
Meisterschafts-Umtrunk war.
Kaum hatte der Schiri die Pfeife zum Schlusspfiff im Mund, stürmten
auch schon Tausende das Spielfeld um mit ihren Helden zu
feiern. Eine geregelte Trophäen-Übergabe konnte so natürlich
nicht statt finden und alles endete in freudigem Chaos. Südamerika
live. Bis tief in die Morgenstunden gab es eine wilde
Zecherei und die obligatorischen Autokarawanen durch die
Stadt. Estudiantes de Mérida: Meister des Eröffnungs-Turniers
01 / 02 !!
Peter
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