You´ll never walk alone

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07.04.02: SC Freiburg – VfB Stuttgart 0:2

Traurig, aber wahr: Unsere lieben gelbfüßigen Freunde aus dem Breisgau müssen – wenn nicht noch ein Wunder geschieht – wieder zurück in die Liga, in die sie eigentlich immer hingehört haben. Das aber haben sie sich selbst zuzuschreiben, denn mit Angsthasenfußball kann man in der 1. Bundesliga wohl kaum überleben. Scheinbar aber bewirkte die Last, gegen Stuttgart unbedingt gewinnen zu müssen, lediglich eine verstärkte Darmtätigkeit, die schlußendlich dazu führte, daß die gesamte Freiburger Mannschaft die Hosen gestrichen voll hatte. Anders der VfB, dem man ansah, daß er ohne Druck aufspielen konnte. Stuttgart bestimmte über weite Strecken das Spiel, wartete mit dem endgültigen K.O.-Schlag aber bis kurz vor Spielende, um den Freiburger Fans die Hoffnung nicht von vornherein zu nehmen.

So plätscherte die erste Halbzeit vor sich hin; die spärlich gesäten Highlights – wie das Abseitstor von Tiffert – konnte man an einer Hand abzählen. Freiburg wurde erst unmittelbar vor der Halbzeitpause wach, doch die wenigen Chancen (u.a. ein Schuß von But) blieben ebenfalls ungenutzt.

Auch nach der Pause konnten die Badener nur ein Strohfeuer anzünden, allerdings hatte man selbst zu dieser Phase nie das Gefühl, daß der Mannschaft ein Tor gelingen könne. Leider bekleckerte sich auch der VfB nicht gerade mit Ruhm; bis zur Strafraumgrenze sah das Spiel der Stuttgarter zwar ganz gut aus, dann aber wurde – wie schon so oft – zu häufig durch die Mitte gespielt, wo zu viele Freiburger Abwehrbeine standen. Gefährlicher wurde es meist dann, wenn mit Seitz (der sich unnötigerweise die fünfte gelbe Karte abholte) über außen gegangen wurde oder sich Marques (ebenfalls über außen) ins Offensivspiel einschaltete. Daneben bemühte sich noch Hleb um ein besseres Angriffsspiel, was ihm die Freiburger Abwehr jedoch mit ständigen Fouls und das Freiburger Publikum mit Pfiffen dankte.

Der Todesstoß für die Freiburger sollte bis etwa 10 Minuten vor Spielende auf sich warten lassen. Balakov führte einen langen Freistoß auf den freistehenden Meira aus, der Reus mit einem tollen Schuß keine Chance ließ. Anschließend drängten die Freiburger verzweifelt auf den Ausgleich und brachten die ansonsten sichere VfB-Abwehr mehrmals in Bedrängnis. Das gute Reaktionsvermögen von Ernst (nach einem SC-Freistoß) und das gute Stellungsspiel des Pfostens retteten aber die verdiente VfB-Führung.

Kurz vor Spielende wurden die Freiburger durch einen Konter über rechts endgültig ins Tal der Tränen gestürzt. Adhemar paßte auf den eingewechselten Handschuh, der lief noch einige Meter weiter, vorbei an Reus, bis er – allerdings aus spitzem Winkel – den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben brauchte. Möglicherweise wächst da eine echte Alternative zu den etablierten, aber – über die gesamte Saison gesehen – selten treffsicheren Stürmern heran.

Die mitgereisten Fans feierten den verdienten Sieg in einem insgesamt eher mäßigen Spiel überschwenglich, und auch die VfB-Spieler ließen sich nicht lumpen: Beim Auslaufen der Mannschaft wurde sogar eine Trainingsjacke in den Fanblock geworfen. Auch "YNWA" war beim Spiel wieder zahlreich vertreten (Elle, Gerold, Paul, Ute, CJ, Pedro, Seehas, Cap, Waldi), um den mutmaßlichen Freiburger Abstieg gebührend zu feiern.

Einzig negativer Aspekt des Spiels: Rezzo Schlauch, den zumindest ich bisher für relativ integer hielt, wurde in Freiburger Fan-Gewandungen gesichtet, was für mich die Frage aufwirft, ob die Grünen bei der im Herbst anstehenden Bundestagswahl überhaupt noch wählbar sind.

Wolfram

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