VfL Borussia Mönchengladbach– VfB Stuttgart 0:1
Der 31.Spieltag begann mit der Niederlage der Schalker im Bochumer Ruhrstadion am Freitagabend sehr vielversprechend. Und so machte man sich voller Vorfreude auf zum Gladbacher Wellblechstadion im außerhalb der Stadtmauern gelegenen Borussia-Park. Meine 40km Anfahrt verliefen äußerst abwechslungsreich, zuerst 15 km mit dem Auto, welches dann auf einem P&R-Parkplatz Rast einlegen dürfte, dann nochmal 20 km mit der Deutschen Bundesbahn, wo man auf die ersten Didis der Borussia traf, die wenig siegessicheren Smalltalk untereinander abhielten. Im Hauptbahnhof Rheydt, der seinem Namen wenig Ehre erweist, traf ich wenig später Gecko und Simon, die aus Richtung Köln eintrudelten. Gemeinsam machte man sich auf die letzten Kilometer mit den Shuttlebussen zu überbrücken. Westwood machte hier dann erste Bekanntschaft mit einem übereifrigen Ordner und einem selbsternannten Blockwart, die unsinnigen Diskussionen über die Aufnahme alkoholischer Getränke während einer Busfahrt endeten wenige Minuten vor der Ankunft am Stadion.
Am Gästeblock traf man dann auf weitere bekannte Gesichter aus unserem Fanclub und der Szene, nach Unterhaltungen mit Peter Reichert, Zondler, Didi1, Didi2 und Mecky ging es in den Gästeblock, wo man unten wie meistens noch Platz fand und auf Gerold, Waldi, Gio, Dunga und Tim traf. Zum Spiel: Im Vergleich zum Sieg über den FCB ersetzte lediglich Tasci den an den Mandeln entzündeten Meira, ansonsten agierte der VfB taktisch im 4-3-3. Die Borussenanhänger in der Nordkurve empfingen ihre Mannschaft mit dem Spruchband: Ein Team? Ein WITZ! Nach anfänglichen Abtasten erspielte sich der VfB 2 erste Chancen, überließ aber dann der Borussia die optische Überlegenheit, Jansen auf links machte Druck, Gladbach blieb aber bei zahlreichen Weitschüssen harmlos und agierte im Strafraum zu umständlich. Der VfB profitierte von einem Missverständis der Innenverteidiger der Gastgeber und so konnte Cacau unbedrängt auf den Gladbacher Ersatztorwart Heimeroth zu laufen, der den schwachen Abschluss aber zur Ecke klärte. Nach einer weitern Ecke ergab sich Lauth eine Kopfballchance, er konnte aber zu wenig Druck erzeugen und war für Heimeroth leichte Beute. Bis zur Halbzeit erzeugten nur noch 2 Weitschüsse von Hitzlsperger ansatzweise Torgefahr.
In der Halbzeit machten sich Da Silva und Babbel warm, letzterer ließ die Vermutung aufkommen, dass die entzündeten Kniee von Matthieu Delpierre ein Weiterspielen untersagten. Es war aber nur ein Zeichen für das funktionierende Kollektiv der gesamten Mannschaft, denn der in der kommende Saison in den Trainerstab aufrückende ehemalige Nationalspieler schwörte Da Silva nur für die 2.Halbzeit ein. Lauth blieb für ihn in der Kabine und so schien der VfB nun zielstrebiger Richtung Tor der Gastgeber zu spielen, nach einem schönen Pass von Hitzlsperger auf den spekulierendem Hilbert in die Spitze, ließ dieser die beiden Verteidiger im Laufduell stehen und schlenzte den Ball zielsicher ins rechte Toreck. Ekstase im Auswärtsblock, die eine Viertelstunde später durch den Zwischenstand aus München Auftrieb erhielt und weitere 5 Minuten mit der Hamburger Führung ihr Epizentrum fand. Die Gladbacher versuchten zum Ausgleich zu kommen, doch nun erkannte man ziemlich deutlich, warum sie den Weg in Liga 2 antreten müssen, Insua vergab beste Chancen ungenutzt und verfehlte den linken und rechten Pfosten jeweils knapp, ein Schuss von Kluge im Strafraum landete gar im Seitenaus. So brannte nichts mehr an und der VfB baute seinen Vorsprung auf den 4.Platz auf 8 Punkte aus und kann 3 Spieltage vor Ende nur noch theoretisch eingeholt werden. Zudem verkürzte man den Abstand zum Tabellenführer aus dem Ruhrpott auf nur noch einen Punkt und ein Tor.
Die Stimmung nach dem Spiel war natürlich genial und vor der obligatorischen LaOla und der Humba wurde natürlich wie so oft diese Saison "ole, ole, ola " angestimmt wobei der ein oder andere im Block oder davor womöglich schon von der Meisterschaft träumte. Wir haben sicher alle Chancen, doch sollten wir weiterhin von Spiel zu Spiel denken, denn das nächste Spiel ist bekanntlich immer das schwerste. Bei einem Siegerbier traf man dann auch noch Molli & Steffele sowie Chri, Nine & Dino. Als das VfB-Grüppchen immer kleiner wurde, ging es auch für uns wieder zurück. Der Busfahrer auf der Rückfahrt schien auch etwas euphorisiert und beurteilte die Verkehrslücke etwas zu grosszügig, weswegen der Bus seinen Außenspiegel einbüßte, einige Minuten ging es dann aber doch weiter, wobei der Busfahrer das Anfahren und Abbremsen im zähen Verkehr noch etwas besser üben sollte, vorausschauendes Fahren könnte Leben retten. In Rheydt trennten sich unsere Wege, ich fuhr Richtung Aachen, Simon & Gecko Richtung Köln. Mit uns viele desillusionierte Gladbacher, die bereits Spiele gegen Hoffenheim oder Wehen vor Augen hatten. Zu Hause kam ich dann noch rechtzeitig an, um in der Sportschau die Spiele aus München und Gladbach zu sehen. Das rundum gelungene Wochenende wurde am Sonntagabend zum perfekten Spieltag, als Bremen in Bielefeld verlor und jetzt einen Punkt hinter uns liegt. Und so können wir 3 Spieltage vor Ende aus eigener Hand die direkte CL-Qualifikation schaffen. Stark doublegefährdet meinte Alki Töpperwien im ZDF, träumen ist erlaubt...Mainz, Bochum, Cottbus & Nürnberg heißen die letzten 4 Stationen der Saison. Aber egal wie sie endet, sie wird für uns erfolgreich gewesen sein. In Bremen oder (ein und wäre mir lieber, wir wollen aber noch nicht übertreiben ;-) ) Schalke wird sie enttäuschend enden.
CJ
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