Glasgow Rangers - VfB Stuttgart

Der VfB überwintert auch 09/10 im Europapokal, fest steht aber noch nicht ob in der Champions League oder in der unterklassigen Europa League. Möglich machte dies eine gute Leistung gegen die überfordeten Rangers aus Glasgow. Die singfreudigen Schotten waren nur selten laut, dafür sorgte eine im Kollektiv starke Stuttgarter Mannschaft, die die wenigen Offensivaktionen der Briten meist souverän im Keim erstickte und so brachte der 3.Versuch den ersten Sieg im Ibrox Park.

YNWA war auch diesmal wieder vor Ort und sammelte allerlei Flughafengrounds (Berlin, Charleroi, Dublin, Weeze, Edinburgh, London Stansted, Frankfurt-Hahn). Die Edinburgh-Reisegruppe mit Warbull, Juanito, Pedro und mir flog schon montags von Berlin und Weeze, vor Ort gesellte sich noch Alex von den WhB zu uns, der schon seit dem Wochenende vor Ort war. Nach einigen Aufenthalten in Glasgow sollte diesmal am Abend vor dem Spiel Edinburgh inspiziert werden. Man gab sich alle Mühe und konnte einige gute Pubs ausprobieren. Am Abend traf man dann zufällig die United Supporters, die direkt vom Flughafen kommend den gleichen Pub wie wir enterten. Einige Stunden und Pubs später – ein kleines Grüppchen blieb noch etwas länger im Nachtclub - legte man sich dann im Etagenbett im Hostel auf´s Ohr.

Nach einem rudimentären Frühstück ging es dann am späten Vormittag des Spieltages mit der Bahn rüber nach Glasgow. Die Fahrt nutzte man für einen kleinen Frühschoppen, der dann in Glasgow im ersten Pub am George Square weiterging. Pedro und ich checkten zwischendurch in unserem Hotel ein, wo dann mit Waldi der nächste YNWAler zu uns stieß, gegenüber im Radisson stand schon der Mannschaftsbus des VfB bereit. Mein Handy lief heiß und bis 17 Uhr waren dann auch alle Mann eingetroffen. Bambo, Thomas und Molli kamen über Dublin, Gerold und Bernd von Hahn und Äppler aus London. Außerdem noch die Holzklassentouristin Alex, die wegen Flugangst die VfB-Bronzereise per Bus und Fähre wählte. Der nächste Kneipenwechsel vereinigte die Spaßfraktion US/YNWA wieder und dazu gesellten sich noch der ein oder andere bekannte Stuttgarter.

Das Spiel rückte näher und die ersten brachen schon leicht nervös zur U-Bahn auf. Die späte Gruppe hatte so den Vorteil die Vorkommnisse an der Buchanon-Station zu umgehen, vor dem Schlangestehen vor dem Kassenhäuschen konnte man sich aber auch nicht drücken. Am Ibrox angekommen mußten so einige im nächsten Pub ihre Notdurft vollbringen. Dies war zum Glück ohne großes Warten möglich. Schnell rüber zum Stadion, denn es war schon spät geworden. Der Gästeblock deutlich voller als beim letzten Besuch, beim VfB war die Rede von 2100 Fans. Und auch die Touristen, die bei einem Auswärtsspiel ihren festen Platz einnehmen wollen, sterben nicht aus. Der VfB drückte dem Spiel von Beginn an seinen Stempel auf, normal kann man so ein Spiel nur gewinnen. Aber man hat ja hier schon sehr viel erlebt. Die ersten Chancen kann der einheimische Torwart noch verhindern, aber beim Abstauber von Rudy nach einer guten Viertelstunde ist er machtlos. Der VfB will nachlegen und kommt zu weiteren Chancen, ein Freistoß von Kuzmanovic findet den Weg ins Tor, aber der Schiedsrichter entscheidet auf Abseits, weil ein Spieler wohl dem Torwart aktiv die Sicht nahm. Halbzeit. Keine personellen oder optischen Wechsel, der VfB immer noch am Drücker und könnte lange schon höher führen. Rudy flankt von rechts, Kuzmanovic geht zum Kopfball hoch und versenkt den Ball im Netz. Das Spiel ist eigentlich entschieden, doch nach den letzten Wochen hat man auch vor zahnlosen Schotten Angst. Der VfB vergibt weiter Chancen am laufenden Band. Letztendlich ist das 0:2 noch schmeichelhaft für die Rangers.

Zurück in der Stadt beglückwünschen einem an jeder Ecke Celtic-Fans, aber auch einige Rangers-Fans, das Spiel war einfach zu eindeutig. Endlich mal kein Frustsaufen in Glasgow und so trinken sich die Pints noch besser. Nachdem unser Pub schließt, findet sich noch ein schottischer Rattenfänger, der alle trinkfreudigen Stuttgarter zu einer scheinbar noch offenen Lokalität bringen will. Nach einem Kilometer Fußmarsch zweifeln die ersten an seinen Worten, aber letztendlich kommen wir doch noch an und selbst mit VfB-Schals ist es möglich hereinzukommen, Fußballlieder werden jedoch unterbunden. Der Barkeeper ist etwas langsam, zwischendurch geht ihm das Bier aus, aber auch Dosenbier ist besser als nichts. Als das Licht an und die Musik ausgeht, sind es nur noch wenige Stuttgarter und ich der letzte YNWAler. Es ist Zeit für´s Bett.

Nach einem ausgiebigen und wirklich guten full scottish Breakfast trennen sich die Wege. Die meisten fahren rüber nach Prestwick. Unser Flieger hat wegen Sturmwarnungen Verspätung, am Ende über 2 Stunden zusätzliche Warterei. Um 17 Uhr sind wir in Charleroi, um 19 Uhr bin ich endlich wieder daheim. Schottland ist zwar immer eine Reise wert, aber in den nächsten Jahren können wir gerne auch mal andere Lose bekommen. Jetzt wollen wir hoffen das wir die Gunst der Stunde nutzen und mit einem Heimsieg über Unirea das Achtelfinale der Champions League erreichen, vielleicht gibt der Sieg aber auch Auftrieb für die Bundesliga, wo am Sonntag schon das nächste schwere Spiel in Leverkusen ansteht.

CJ