"Stuttgart international kann man nur besoffen sehen!" Auch in Sevilla
Das Los und der Computer setzten ein Spiel in Sevilla an und so machte man sich auf in die andalusische Hauptstadt.
Nach Zwischenstopps in Köln, Remagen und Koblenz erreichten wir - Bambo, Gecko, Molli und meinereiner - zeitig um
kurz nach 8 Uhr den Hunsrückflughafen in Hahn, wo man noch auf dem Parkplatz Gio über den Weg lief, der die Reise
allein von Stuttgart angetreten war. Im Terminal wimmelte es schon vor VfB-Fans und so war wohl schon ein Drittel
des zu erwartenen Gästeblocks vor Ort. Nach einer ersten Runde Bier ging es zum Boarding und man landete nach knapp
2 1/2 Stunden in Sevilla. Der Transferbus ins Zentrum quoll über und nicht jeder fand Einlass. An der Endstation am
spanischen Platz begann dann der Sight-Seeing-Tripp Richtung Hostel, den Gio mit seiner Kamera eifrig festhielt,
trotz zwischenzeitlichem Zick-Zack-Kurs durch die kleinen Gassen Sevillas fand man die Unterkunft ohne große Umwege.
Das Hostel lag günstig zur Partymeile (wer das wohl mal wieder gebucht hat!?) und direkt gegenüber waren zwei
große amerikanische Fast-Food-Ketten beheimatet, die - man wird es kam glauben - kein einziges Mal besucht wurden.
Im Hostel trafen dann auch Juanito und sein spanischer Kumpel Carlos ein, letzterer sollte fortan als unser Keipenführer
herhalten. Am ersten Halt versuchte man die einheimische Küche und natürlich das lokale Bier und traf hier auf die
Mad Beavers und die Südbayern, mit letzteren zog man dann weiter in eine von Haching-Chris angepriesene Lokalität,
die sich aber eher als besseres Stehkiosk herausstellte. Immerhin war das Flaschenbier kalt, wenn es auch in
gewöhnungsbedürftigem Kölschformat 0,2 cl ausgegeben wurde. Besonders skuril wirkte in dem 3qm-Kabuff, das von einer Salontür verdeckte Männerpissoir.
Einige Runden später verabschiedete man sich und fand in der Nähe der Kathedrale neben den United Supporters um Volle, Tobse, Jochen und Thommy, auch den wie immer nüchternen Mecky, die mit dem Rest des Mobs versuchten eine Kneipe, die zu ihrem 100sten Bestehen alle Getränke zu 1 € ausschenkten, leer zu trinken. Da hier alle Gläser, egal wie groß sie auch waren, bis zum Eichstrich befüllt wurden,
waren die größeren Gläser alle bereits vergeben und ans Spülen der Retourgläser wurde wohl aus Prinzip nicht gedacht,
so kamen einige auf die Idee, dies selber auf der Toilette zu übernehmen. Als der Zapfhahn verebbte ging es mit Flaschenbier
weiter. Als auch dieser Vorrat zur Neige ging, zog man weiter zum Irish Pub um die Ecke, das Pint war zwar etwas teurer
aber auch hier kündigte sich eine Happy Hour an, allerdings nur für Heinikenflaschen, aber was macht man nicht alles wenn
man Durst hat.
So langsam wurde es Abend und nachdem man sich etwas eingesungen hatte, machte sich eine kleine Gruppe von 10 Leuten von
US und YNWA zu Fuß auf den Weg Richtung Stadion, die spanische Polizei war so nett uns mit 2 Streifenwagen und 2 Fußstreifen
zu begleiten, gaben dieses Vorhaben aber nach einem guten Kilometer auf. Einer ging uns mal wieder verloren, wurde aber später
wieder gesichtet. Der Fußmarsch dauerte dann doch länger als gedacht, aber auf dem Weg konnte sich immer mal wieder stärken,
als der Besucherandrang größer wurde und man auch die ersten Sevillafans entdeckte, war man sich jetzt sicher auf dem richtigen
Weg zu sein.
Im Gästeblock versammelten sich dann knapp 400 VfB-Fans, die die Reise auf eigene Faust organisiert hatten,
da der Verein dies mal wieder nicht oder nur zu einem unbefriedigenden Preis auf die Reihe bekam und sich niemand
fand der für einen Tagesflieger 450 € ausgeben wollte. Aber bei dem Spiel war es im Nachhinein dann wohl besser,
das nicht zu viele vor Ort waren. Das Spiel war nach einer Viertelstunde bereits durch zwei vermeintliche Gegentore entschieden
und das Auslaufen konnte bereits früher beginnen. Nach Spielende mußte sich die Mannschaft dann noch etwas Hohn anhören
und was weiße Taschentücher bedeuten, kann der Mario dem Rest sicher erklären, sofern sie dies noch nicht wissen.
Unsere Gruppe fand dann wieder in kompletter Größe zueinander und so begab man sich in Stadionnähe schnell in eine Kneipe. Mit ein wenig Abstand konnte der Abend zumindest in einer längeren Nachspielzeit in einen knappen Sieg verwandelt werden.
Nachdem man ins Zentrum gewechselt war und die Zeigerumdrehungen so weit fortschritten,
das der kleine Zeiger schon die 0 erreicht hatte, war es an der Zeit den Geburtstag von Gecko zu feiern. Einige Getränke später hatte sich die Gruppe verkleinert, Bambo war schon auf den Weg zum Flughafen, Volle und Tobi brachen auf zum Hostel und auch Juanito sowie Carlos verabschiedeten sich. Ein anderer ging mal wieder ohne Verabschiedung verloren. Zum Finale der Tour ging es dann nochmal weiter, da jetzt auch die letzten Kneipen schlossen, fand man in einem Club Einlass und traf auch auf einige andere bekannte Gesichter. Um kurz vor 5 Uhr machte sich dann bei mir Müdigkeit breit und ich verabschiedete mich von Gio und Gecko, die wohl noch mehr Energie hatten.
Um 9 Uhr ging es dann für Gio und mich schon wieder Richtung Flughafen, ein Bett war auch am Morgen noch unangerührt und so
nahm man das Gepäck mal zur Sicherheit mit. Am Flughafen traf man nicht nur die komplette Mannschaft und einige andere Fans
sondern auch das verschollenene Mitglied unserer Reisegruppe.
Nachdem es sich umgezogen hatte und von seinen Erlebnissen
der letzten Nacht berichtetet hatte, genehmigte es sich zur Beruhigung einen Vodka. Unser Flieger nach London hatte über
eine Stunde Verspätung und so versuchte man irgendwie die nervige Warterei kurzweilig zu gestalten, wobei vor allem Molli
für Unterhaltung sorgte. Im Flieger bemerkte dieser - oder besser gesagt die Flugbegleiterin - das er das falsche
Online-Ticket entwerten ließ und jetzt kein gültiges Ticket für den Anschlußflug nach Hahn mehr besass.
Weswegen er in Stansted nochmal zum Ryanair-Schalter mußte, während der Rest bereits unterwegs zum Boarding war.
Der Flieger war so gut wie bis auf den letzten Platz gefüllt, das Boarding dauerte über 25 Minuten, aber von Molli
keine Spur und so betrat ich als Letzter die Maschine Richtung Frankfurt-Hahn. Der Flug war kurzweilig, aber nach der langen Warterei den ganzen Tag über war man froh endlich wieder deutschen Boden unter den Füssen. Nach 2 Stunden Autofahrt war ich wieder daheim um mich auf die Couch zu legen. Molli hatte dieses Privileg leider erst einen Tag später.
Fazit: Sevilla ist eine Reise wert, sofern man den VfB nicht nur beim Kicken zuschauen möchte.
CJ
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