Pokal: VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart 0:1 - Macht´s gut ihr Trottel!

Pokalhalbfinale in Wolfsburg, es gibt sicher schönere Ziele, aber was nimmt man nicht alles in Kauf um nach 10 Jahren mal wieder nach Berlin zu kommen. Mittags ging es bei mir los und nach einem kleinen Abstecher über Ehrenfeld um Gecko einzusammeln, traf man in Leverkusen schon auf Bambo und Simon. Weiter ging es nun in Bambos Tuareg und mein alter Passat hatte erstmal Ruhepause. Nachdem in Haan Gio die Autobesatzung komplettierte, ging es zügig Richtung Niedersachsen, im ersten Stau wurde dann Bambos Laptop einschließlich UMTS-Internet ausprobiert, was Gio dazu nötigte den Talk zu spammen. Nach einer kurzen Rast beim goldenen M, wo man stilvoll im roten Cadillac dinierte, gab es noch einen Tankstopp für Auto und Mensch.

Auf der weiteren Fahrt testete dann Gio die moderne Technik und stellte ein erst eben geschossenes Bild nach anfänglichen Schwierigkeiten in den Talk, um wenig später böse Verleumdungen in die Welt zu setzen. Unterdessen lief das SWR-Hörbuch zum VfB und nach schönen O-Tönen von Schlienz, Buchwald und Fritz Walter, der mit Klinsmann sein bekanntes Trio bilden wollte, war man um 18 Uhr in Wolfsburg. Es herrschte bereits große Vorfreude auf das Live-Event von Gary Glitter, der scheinbar rechtzeitig zur Wolfsburger Happy-Hour Freigang bekam. Dort liefen einem bereits Wolfies Biber über den Weg, wobei mir wenig später ein netter Freund und Helfer unaufgefordert half auch den richtigen Weg zu finden. Dafür nochmal vielen Dank. Um die mickrige Bühne standen ein paar grüne Didis und so machte man sich nach einem Getränk auf zum Gästeblock. Vorher traf man noch Stan und Joe. Am Gästeblock sah man dann noch ein paar weitere bekannte Gesichter und machte sich auf zum Jachthafen, aber auch dort schien man aufgrund des ungewohnten Andrangs überfordert. Von der Zunahme eines Bieres namens Wittinger soll hier ausdrücklich gewarnt werden.

Im Stadion zeigte sich unter den Fans eine sehr große Nervösität und das kleine, unterhalb durch das Marathontörchen unterteilte, Gästeblöckchen nervte einmal mehr. Je näher das Spiel kam, desto voller wurde es. Und so stand plötzlich Siggi neben mir, der mir in Halbzeit 1 eine kostenlose Nackenmassage spendierte, wenig später gesellte sich auch noch Waldi zu uns. Und so konnte das Spiel beginnen, vorab noch eine schöne Choreo mit einem Finale-Banner, welches aufgrund abgeklebter Werbung fast durchgehend hing und unzähligen VfB-Fahnen. Taktisch spielte man ähnlich wie man gegen Hannover aufgehört hatte. Im 4-4-2 agierte Streller neben Cacau im Sturm, Magnin übernahm die linke Seite von Boka und im Mittelfeld spielte Khedira links und Da Silva zentral offensiv, der Rest wie gehabt. Wolfsburg mußte auf ihre besten Stürmer Hanke und Klimowicz verzichten, und die einzigen ansatzweise gefährlichen Offensivaktionen gingen in HZ 1 von Marcelinho aus, der VfB hingegen spielte sehr engagiert und war klar feldüberlegen, nach einer Viertelstunde wurde Hilbert vorm Strafraum gefoult. Zum Freistoß standen Pardo und Da Silva bereit, letzterer zirkelte den Ball über die Wolfsburger Mauer ins untere Toreck, während Jentzsch für eine Torverhinderung zu spät reagierte. 1:0 VfB, Ekstase im Gästeblock. Wenig später hätte Da Silva zum 2:0 erhöhen müssen, blieb im Abschluss aber harmlos, auch Wolfsburg kam noch einmal vor der Halbzeit gefährlich vor das Tor von Hildebrand.

Zu Beginn der 2.Halbzeit entwickelte der VfB seine Druckphase und der VfB mußte mehrere brenzlige Situationen überstehen, wobei Meira oder der noch überragendere Delpierre meist klären konnte. In der 52.Minute schien es dann für die meisten Wolfsburger passiert zu sein, aber Schiedsrichter Stark hatte bereits vor Marcelinhos erfolgreichem Torschuss auf Abseits entschieden, wobei ihn später die Bilder einer Fehlentscheidung überführten. Der VfB hatte diese Saison oft genug Pech mit den Schiedsrichtern, da ist auch mal Glück erlaubt. Beim VfB ersetzte nun Lauth den enttäuschenden Streller und die Drangphase der Wolfsburger hatte ein Ende, wenig später nach einem schönen Konter über Lauth hätte Cacau zum 2:0 treffen können, der Ball ging aber wenige Zentimeter nebem dem Pfosten ins Toraus. Wolfsburg hatte nicht mehr viel entgegen zu setzen, und so brachte Augenthaler gar einen zusätzlichen Innenverteidiger um Madlung als Sturmtank in die Mitte zu stellen, dort blieb er aber genauso harmlos wie alle anderen Wolfsburger, die in der Nachspielzeit gar noch Marcelinho auswechselten.

Nach dem Abpfiff lagen sich Spieler wie Fans in den Armen und bejubelten den Finaleinzug, nach 10 Jahren geht es wieder zum Berliner Pokalfinale. Die Mannschaft präsentierte ihre Pokalfinalshirts und tanzte zum Cannstatter Gassenhauer "Ole, Ole, Ola" und zelebrierte nach einer UMBA mit dem Auswärtsblock noch einen astreinen Pogo, bei dem vor allem Ludo und Hilberto zu überzeugen wußten. Während dessen feuerten die Wolfsburger Grün-Weißes Konfetti unter ihr Volk, bezahlt ist nun einmal bezahlt. Nachdem man auch den letzten Bekannten gedrückt hatte und sich von Siggis Geburtstagsrunde verabschiedet hatte, ging es zurück zum Auto. Die Rückfahrt bis zum Kreuz Königslutter auf der A2 verlief zäh, die Infrastrukter schien mit den knapp 30.000 Zuschauern überlastet, wobei einige weiß-grüne Autos noch ihre Amtsgewalt missbrauchten und den Standstreifen nutzten, aber wir kamen trotzdem eher an, wozu so ein Reißverschluss überall gut für ist, wenn sich nur wenige dran halten. Eigentlich stand jetzt unser Siegerbier an, aber wegen einem Schwertransport und einigen ängstlichen Autofahrern kamen wir erst nach 12 Uhr zu einer Raststätte und der übernervöse Kassierer kannte keine Gnade und so mußten wir mit einem Eis vorlieb nehmen.

Die übrige Fahrt verlief problemlos und so setzte Bambo die schlafende Meute in Haan und Leverkusen ab. Vielen Dank für die gewohnt gute Fahrerei. Ich setzte wenig später Gecko und Simon in Ehrenfeld ab und schaffte es in neuer Weltrekordzeit von 35 Minuten nach Jülich, wo ich um Punkt 3.40 Uhr mein Auto parkte. Nach kurzer Talknachleserei und den neuesten Entwicklungen in der Pokalkartenvergabe fiel ich in mein Bett um vom nächsten großen Sieg zu träumen.

CJ