Trainingslager PORTUGAL 2009

Trainingslager 2009 Nach 3 Jahren Dubai blieb der VfB in seinem Wintertrainingslager 2009 in Europa und schlug sein Quartier auf der iberischen Halbinsel auf. Ziel war diesmal das LeMeridien Penina Golf Resort Hotel in Portimao an der portugiesischen Algarve.

Samstag:
Von YNWA waren diesmal 2 Mitglieder unterwegs und so traf Gerold am frühen Samstagmorgen bei mir ein, damit wir gemeinsam die letzte Stunde der Anreise zum ehemaligen Militärflughafen im niederrheinischen Weeze antreten konnten. Die zweistelligen Minustemperaturen und Schneemassen in Deutschland ließen die Vorfreude auf die Reise ansteigen und knappe 3 Stunden sowie fast 25 Grad wärmer landete man auf dem Touri-Flughafen in Faro. Nachdem man den Schlüssel hinter der Sonnenblende im Mietwagen gefunden hatte, konnte es nach einem kleinen Crashkurs in Schilderkunde weiter in Richtung Portimao gehen. Unser Hotel in Alvor, 3 Kilometer entfernt vom einen Stern höheren VfB-Hotel, wußte inklusive Einbauküche zu gefallen, lediglich der Internetzugang in der Lobby für 9 € pro Stunde schien überteuert. Nach einer ersten Erkundung der Örtlichkeiten und einem Einkauf im Lidl ging es auch schon wieder zurück Richtung Albufeira.

Testspiel gegen AjaxIn Ferreiras, unweit dem bekanntesten Urlaubszieles an der Algarve, stand bereits das erste Testspiel gegen Ajax Amsterdam an. Im Gegensatz zur deutschen Liga setzt die niederländische Ehrendivision nur ein Wochenende aus und Ajax verbringt dieses verlängerte Wochenende in Portugal um gegen den sagenhaften VfB spielen zu dürfen. Vor dem Stadion des viertklassigen FC Ferreiras mit einer schönen kleinen Sitztribüne, traf man dann auch schon Klenk, der die VfBler mit Freikarten eindeckte. Die VfB-Fanriege sollte heute nur mit Augenzwinkern die Zweistelligkeit erreichen. 4 Fans aus Gundelsheim sowie Alex aus Bern sollten neben uns erst mal die einzigen sein. Auch Frank Verlaat samt an die Algarve immigrierter Familie ließ sich den Kick zwei seiner Ex-Vereine nicht entgehen und wurde an den nächsten Tagen noch häufiger gesichtet. Kerstin von den Ruhrpottschwaben kam mit ihrer Mutter nach Logistikproblemen erst eine halbe Stunde nach Anpfiff und mußte ihr Antrittspräsent umgehend wieder abgeben. Der VfB übernahm zügig die Initiative und ging verdient durch einen Schuß von Lanig nach Vorarbeit über rechts in Führung. Allerdings fiel der Ausgleich umgehend aus Abseitsposition, die zwar alle Stuttgarter gesehen hatten, aber der Schiri samt den vielen Holländern sahen das anders. Der VfB setzte nach und konnte durch den von den Amateuren aufgerückten Julian Schieber mit einem sehenswerten Volleyschuß erneute die Führung erzielen. Hitze erhöhte noch zur Halbzeit mit einem feinen Lupfer aus 20 Metern. Zur Halbzeit mit einigen Auswechslungen verflachte das Spiel und Ajax konnte nur noch auf 3:2 verkürzen.

VfB Stuttgart: Lehmann (46. Stolz) - Funk, Osorio, Delpierre, Magnin (46. Träsch) - Bastürk (46. Hilbert), Lanig, Hitzlsperger (46. Mandjeck), Simak - Marica (46. Elson), Schieber

Ajax Amsterdam: Vermeer (46. Stekelenburg) - Silva, Oleguer, Alderweireld, Schilder - Gabri, Enoh (60. Sno), Sulejmani (60. de Jong), Emanuelson (60. Sarpong) - Suarez (74. Leonardo), Cvitanich

Tore: 1:0 Lanig (21.), 1:1 Suarez (22.) 2:1 Schieber (29.), 3:1 Hitzlsperger (40.), 3:2 Cvitanich (65.)

Zuschauer: ca. 700

Schiedsrichter: Felipe

Mit vier Autos ging es dann nach Albufeira um gemeinsam Abend zu Essen. Immerhin kam man gemeinsam an und fand dann auch ein Restaurant welches sehnsüchtig auf Kundschaft wartete, aber wohl an den Heizkosten deutlich spart. Immerhin wurde es durch die Klimaanlage schnell wieder wärmer und zumindest konnte man sich etwas sättigen. Gerold testete gleich einmal die portugiesische Weinzunft und legte so den Fahrer gleich mal direkt fest. Zurück im Hotel mußte man der Anreise Tribut zollen und schlief früher oder später vorm TV ein.

Le Meridien Golf Resort Hotel Penina Sonntag:
Gestärkt durch das reichhaltige Frühstück im Hotel ging es zum VfB-Hotel, das man nach einigem Hin und Her auch fand, dies ist bei Kreisverkehr auf Kreisverkehr gar nicht so einfach, wie man denken könnte. Der Trainingsplatz war auch sehr gut versteckt und man wurde erst fündig als uns Mario Gomez fast mit einem Golf-Caddy umfuhr. Einige Spieler fehlten erneut komplett und trainierten im Hotel, andere joggten nur um den Golfplatz oder den Trainingsplatz. Auf dem Platz selber agierten um die 15 Spieler, die von den verschiedenen Trainern auf Trab gehalten wurden. Vor allem erkannte man häufiges Unterbrechen der Übungen um direkt Fehler anzusprechen und die Taktik genauer zu erklären. Nach knapp 2 Stunden intensivem Training endete die Einheit. Zuvor hatte Markus Babbel uns Fans mit einer kurzen Ansprache begrüßt, was durchaus nicht üblich in diesem Geschäft ist und wirklich nicht aufgesetzt herüberkam. Gerold und ich hatten nun vor Alvor, die kleinere Vorstadt von Portimaos, die unserem Hotel sowie dem des VfB eigentlich näher gelegen ist, zu erkunden. Alex schloß sich uns an und so ging es zu dritt in zwei Autos an den Strand, der sich kilometerlang zwischen den Nachbarorten Lagos und Portimao erstreckt. Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand ging es rüber an den Hafen, wo man sich kurz stärkte und sich die Gruppe wieder aufspaltete. Gerold und ich schauten uns noch die Altstadt an, bevor es hinüber nach Portimao ging.

Trainingslager 2009Der einheimische SC Portimonense empfing den FC Vizela zum 2.Liga-Duell zweier Nachbarn im unteren Mittelfeld der Tabelle. Ebenfalls zugegen war Klenky sowie Rico aus Thalheim, der erst heute mit seiner Freundin angereist war. Beide Mannschaften spielten ohne große Taktik nach vorne, wodurch sich ein offener und spannender Schlagabtausch ergab. Portimao ging nach gut 20 Minuten in Führung, die Gäste gleichten kurz vor der Halbzeit aus. Nach einer Stunde gingen dann die Gäste in Führung, die die Gastgeber umgehend ausglichen, in der letzten halben Stunde hätten noch etliche Tore fallen müssen, aber die Stürmer übertrafen sich in ihrer Unfähigkeit. Das Stadion verfügt über einen Ausbau auf allen 4 Seiten, während die 3 Tribünen mit grünen Schalen bestuhlt sind und in weiß Portimao zu lesen ist, bleibt die Stehplatztribüne hinter einer Torseite heute geschlossen. Die ultraangehauchten Fans sind auf der gegenüberliegenden Tortribüne zu finden und präsentieren ein großes Trikot, um den Block zumindest ein wenig zu füllen, sowie einige Fahnen. Der Singsang kommt einem wie immer sehr bekannt vor, die 5-10 Gästefans sitzen unterdessen auf der Haupttribüne, auf der auch wir zugegen sind. 1128 Fans füllen das Stadion fast zu einem Viertel.

VfB-Fanabend (übernommen von vfb.de) Am Abend hatte der VfB zum Fanfest geladen und so ging es um 19 Uhr hinüber ins LeMeridien. Alex war so nett uns an unserem Hotel abzuholen - was an den folgenden Tagen öfter passieren sollte - und so sammelte sich die Fanschar in der Lobby des VfB-Hotels. Insgesamt war die Zahl nun auf 11 Personen gewachsen und sollte damit ihre Höchstzahl erreicht haben, da die 4 Gundelsheimer bereits am Montagmorgen den Heinweg antraten. Wenig später gesellten sich dann die VfB-Spieler Magnin, Hilbert, Rudy, Gebhart, Funk sowie Schieber zu uns. Am Nachbartisch spielten derweil Lehmann und Boula Schach. Eine knappe Stunde machte Ludo wie immer den Kasper, während Gerold und ich vor allem mit den neben uns sitzenden Nachwuchsspielern ins Gespräch kamen. Hier ging es vor allem um Fragen bzgl. der Amateure oder A-Jugend, aber bevor man wirklich ins Details gehen konnten, mußten die Spieler bereits wieder zur Teambesprechung. Aber auch ohne die Spieler bekam man noch genügend Spaß bei gutem Essen und kühlen Getränken sowie einem Elvis-Imitator, der die Hüften der zahlreichen britischen Rentner im Nachbarraum zur Wallung brachte und bei uns für den ein oder anderen Lacher sorgte. Später schauten auch nochmal kurz Markus Babbel und Horst Heldt vorbei. Die Gruppe wurde kleiner und kleiner und so brach man schließlich am späten Abend wieder Richtung eigenem Hotel auf.

Montag:
Grottenfelsen LagosDer Montag war insgesamt ruhiger und der Mietwagen blieb auch mal unberührt. Nach der 10 Uhr-Trainingseinheit wurde erstmals unser Herd genutzt. Heute stand Pizza Tonno bzw. Funghi auf dem Programm, für eine Tiefkühlpizza gar nicht so übel. Anschließend ging es nach Lagos um die Altstadt und vor allem die herrlichen Grottenfelsen am Ponta de Piedada anzuschauen. Die alte Stadtmauer und der alte Stadtkern sind sehr schön, allerdings - wie hier im Winter wohl üblich - sehr viele Baustellen rund um die Hafenpromenade. Zurück in Alvor und nach der 16 Uhr-Trainingseinheit ruhte man erstmal ein wenig im Hotel. Am Abend ging es dann in die Altstadt von Alvor, in die man von Taxi Alex chauffiert wurde. Im ersten Pub wurde man nach knapp 2 Stunden der Bob-Marley-Musik überdrüssig und zog weiter. Der Black Stove, zwar kein sonderlich uriger Irish Pub aber doch schon irgendwie passend, sollte für die kommenden Tagen unser Alvor-Domizil werden. Livemusik mit Halbplayback und ein Sänger, der vornehmlich im Robbie-Stil singt, kann manchmal nerven, aber am ersten Abend war dies schon sehr lustig. Im Laufe des Abend freundete man sich mit dem Sänger Jim, der kontinuierlich Guinness und Schnaps in sich kippte, sowie dem Wirt und einigen Stammgästen etwas an. Die Zeit raste davon und ehe man sich versah, waren es auch schon 3 Uhr in der Früh. Zurück im Hotel sank man ins Bett und hätte ohne einen schnarchenden Bettnachbarn sicher den halben Tag durchschlafen können.

Dienstag:
Weiße Stadt Carvoeiro Um 10 Uhr stand wie immer Training an, das man auch im Gegensatz zu vielen anderen pünktlich erreichte, anschließend fuhr man zu dritt, in der am Vorabend erprobten Runde Richtung Albufeira, wo am Nachmittag das zweite Testpiel gegen RW Oberhausen stattfinden sollte. Erste Zwischenstation war Carvoeira. Ein häufiges Postkartenmotiv an der Algarve, bekannt durch die weiß getünchten Häuser auf bebauten Felsen am Meer und eine sehr schöne kleine Bucht, die man über mehrere Treppen von oben ereichen kann. Hierbei sollte man beachten, das man jede Stufe auch wieder zurück gehen muss, aber die Aussicht lohnt sich. Schnaufend zurück am Auto ging es nun weiter zum nächsten Ziel Armacao de Pera. Auf der Anreise fragt man sich, warum dieser Strand in einem Reiseführer erwähnt wird, immerhin scheint es hier die hässlichsten Bettenburgen an der ganzen Algarve zu geben, die Innenstadt gleicht einer einzigen Großbaustelle. Der Strand - wie eigentlich überall - war allerdings durchaus ansehnlich. Lange breite Strände jeweils von optisch schönen Felsen begrenzt, wobei hier teilweise besagte Hochhäuser die Sicht ruinieren. Die Altstadt Albufeiras war der nächste Punkt auf unserer Liste, wirklich sehenswert ist auch hier wenig. Ein Tunnel zwischen Altstadt und Strand ist hier ganz nett. Kleine Gassen verstecken Restaurants, auf die Flyer-Verteiler aufmerksam machen. Geschäfte mit Mode-Fälschungen reihen sich aneinander und man kann nur vermuten, was hier am Hochsommer abgeht. In einem kleinen Restaurant essen wir eine Kleinigkeit zu Mittag, bevor es wieder in den Vorort Ferreiras geht, in dem auch das zweite Testspiel gegen RWO stattfindet.

Eintritt kostet es heute nicht, die Tore sind weit offen. Holländer fallen heute kaum auf bis auf Frank Verlaat. 30 Oberhausener haben schon zu Spielbeginn gut getrunken und decken sich immer weiter mit Alkohol aller Art ein. Der VfB wirkt heute etwas müder als noch gegen Ajax Amsterdam, ist aber auch gegen RWO feldüberlegen. Im Abschluß ist man aber zu oft zu unkonzentriert, Mario Gomez hätte gar einen Hattrick hinlegen können. Kurz vor der Halbzeit läßt man sich auskontern und liegt plötzlich 0:2 hinten, zwischendurch verlegt der Schiri einen fälligen Elfer an Gebhart vor den Strafraum. Nach einigen Auswechslungen - u.a. wechselste auch ein Linienrichter mit dem Schiedsrichter - war der Spielfluß erstmal dahin und erst nach einer guten Einzelleistung von Simak über halblinks kommt es nach einem Abstauber durch Bastürk zum Anschluß. Wenig später nach einem schönen Seitenwechsel von Hilbert auf Simak, flankt dieser in den Strafraum auf Gomez, der per Kopf die untere Latte aber auch das Tor trifft. 5 Minuten später sind es wieder Hilbert und Simak die den Siegtreffer zum 3:2 vorbereiten. Simak spielt aus zentraler Position Hilbert auf rechts frei, der den Ball in den Fünfer bringt, wo Bastürk den Ball nur noch ins leere Tore bugsieren muss.

VfB Stuttgart: Lehmann (46. Stolz) - Osorio (46. Funk), Mandjeck, Delpierre (46. Boulahrouz), Träsch - Hilbert, Khedira (46. Elson), Hitzlsperger, Gebhart (46. Simak) - Gomez, Schieber (46. Bastürk)

Rot-Weiß Oberhausen: Pirson - Falkenberg, Uster (56. Pappas), Schlieter (75. Westphal), Embers - Landers (56. Borutzki), Kaya, de Cock (71. Reichert), Heppke, Terranova (71. Lüttmann), Gay (71. Nöthe)

Tore: 0:1 Heppke (39.), 0:2 Landers (45.), 1:2 Bastürk (73.), 2:2 Gomez (79.), 3:2 Bastürk (84.)

Zuschauer: ca. 80

Schiedsrichter: unbekannt

Abends ging es wieder ins Black Stove, diesmal zu viert, denn Klenky gesellte sich zu uns. Heute wurde es allerdings nicht so lang und so war man schon kurz nach Mitternacht wieder im Hotel.

Mittwoch:
Monchique Babbel gab der Mannschaft heute nach dem Vormittagstraining frei, dies nutzten Gerold und ich für einen Abstecher nach Setubal, einer größeren Küstenstadt unterhalb von Lissabon. Zufälligerweise fand dort ausgerechnet an diesem Tag ein Spiel statt. Im Ligapokal mit einem recht merkwürdigen Gruppenmodus, der ansatzweise dem im UEFA-Cup ähnelt, sollte die einheimische Vitoria die Academica aus der Universitätstadt Coimbra empfangen. Als Anreiseroute wählten wir die schöne Strecke durch das Monchique-Gebirge, aus Sicherheitsgründen platzierten wir auf der Hinterbank ein Gegengewicht, Klenky stimmte zu, diesen Job zu übernehmen. Die Aussicht wurde durch den bewölkten Himmel etwas getrübt, allerdings lohnte sich die Reise durch das nur spärliche bewohnte Hinterland der Algarve, auch wenn es länger dauerte als erwartet. Auch das flachere Alentejo mit kilometerlangen Landstraßen ohne Kurven und Bebauung wußte zu gefallen, ehe es nach 3 Stunden bei Grandola auf die mautpflichtige Autobahn ging. Eine knappe Stunde später waren wir dann auch schon in Setubal, wo uns direkt ein süffisanter Fischgeruch in der Nase lag. Sehenswert war hier wenig, aber wenn man schon mal da ist, kann man auch mal die Gegend auskundschaften. Der renovierte Altstadtkern war zumindest noch ganz in Ordung, wo hingegen die Hafenecke schon sehr heruntergekommen ist.

Das Stadion hat die beste Zeit hinter sich und ging bei der letzten Bauphase für die EM 2004 aufgrund seiner Nähe zu Lissabon leer aus. Der VfB wird hier wohl anno 1974 ein nahezu baugleiches Stadion vorgefunden haben. Wegen der Regenwolken waren wir unschlüssig, welche Tribüne wir nehmen sollten. Ursprünglich wollte wir auf die Haupttribüne, da dort ein Dach vorhanden war, allerdings waren mir die 30 € dann doch zu viel und wir nahmen den günstigeren Block hinter dem Tor. Stadion Vitoria SetubalHier gab es zwar kein Dach, aber auch auf der Haupttribüne bedeckte das Vordach nur die oberste Reihen des Glasausbaus, scheinbar möchten auch hier VIPs den Fußball stets im Warmen zelebrieren. Unser Block war zugleich der Gästeblock, der sich bis zum Spielbeginn mit ca. 30 Coimbra-Fans füllte, die auch 2-3 Zaunfahnen präsentierten. Ihr Fangesang war laut aber auch sehr begrenzt: A-CA-DE-MI-CA! Zu ihrer Freude ging Coimbra bereits nach 3 Minuten in Führung und beherrschte auch das Spiel bis zur Halbzeit. Die wenigen Fans auf den Rängen scheinen wahre Bruddlermeister zu sein. Die Geräuschkulisse in dem fast unüberdachten Rund mit nur 1145 Zuschauern bei Platz für knapp 20.000 war beeindruckend, galt aber eher nur dem Schiedsrichter sowie Unmutsäußerungen gegenüber den eigenen Spielern. Zur Halbzeit wurden fast überall weiße Taschentücher geschwenkt. In der 2.Hälfte änderte sich wenig, Setubal ist einfach zu umständlich und Coimbra läßt zahlreiche Chancen aus. Der Schiedsrichter belohnt Setubal mit einem Elfer. Diesen nutzten sie zwar, aber bekommen gleich im Gegenzug das 1:2 eingeschenkt. Daran ändert sich bis zum Schlußpfiff nichts, Coimbra kann nun auf die nächste Runde hoffen. Zurück über die Autobahn dauert es nur 2 Stunden bis Portimao, unterwegs lassen wir uns an einer Raststätte noch eine Lasagne schmecken.

Donnerstag:
Ausblick Torre de Aspa Regen, Regen, Regen! Nachdem man die letzten Tage Glück hatte, sollte heute das Wetter radikal gegen uns sein. Nach dem Vormittagstraining schien unser geplanter Trip in die südwestlichste Ecke Europas ins Wasser zu fallen. Nachdem ich mich im Hotelzimmer wieder etwas getrocknet hatte, entschied ich mich den Trip allein durchzuführen, während Gerold im Hotel lieber etwas ausspannte. In Sagres wurde der Regen leider eher stärker. Am Ponta de Sagres, einem kilometerlangen Kliff eingerahmt von einer alten Fortmauer, lohnt sich selbst bei diesem Sauwetter ein Spaziergang, die Aussicht hier ist wunderschön. Zurück im Auto freut man sich dann aber über die wärmende Heizung, die die Haut wieder etwas trocknet. Der südwestlichste Punkt Europas Cabo de São Vicente war leider nicht zugänglich, so blieb es nur bei einem Bild des ehemaligen Klosters, dem später ein Leuchtturm hinzugefügt wurde. Das sollte jetzt aber noch nicht alles gewesen sein und so schaute ich mir meine Karte etwas genauer an. Der Torre de Aspa, die höchste Erhebung der Westküste, war weniger als 10 km entfernt. Vor Ort war es dann schwieriger als es auf der Karte eingezeichnet war. Hinweisschilder fand ich anfangs überhaupt nicht und so kam ich erst einmal am Praia do Castelejo an. Einer fast noch unberührten Bucht zwischen den rauhen Felsenlandschaften der Costa Vicentina. Nachdem ich mich jetzt etwas besser navigiert hatte und den Torre des Aspa von unten bereits gesehen hatte, machte ich mich auf die Suche auf den richtigen Weg. Ich fand eine kleine Kreuzung und nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es sich um einen für Autos freigegebenen Weg handelt, konnte die Fahrt beginnen. Nach 1-2 Kilometern und der Angst sich verfahren zu haben, kam dann endlich der erste Wegweiser. Der Obelisk der den höchsten Punkt markiert ist noch recht unscheinbar, ein wenig davon entfernt, steht ein einsames Haus auf dem Kliff. Die Aussicht von hier ist atemberaubend und schöner und unberührter als die bekannteren Punkte in Sagres selber. Zurück fand ich dann auch einen günstigern Weg, der zumindest teilweise über eine Asphaltierung verfügte. Zurück auf der Landstraße war ich dann zügig in Alvor um mir noch den Rest des Nachmittagstrainings anzusehen.

Abends wollte uns Klenk endlich einen richtigen Irish Pub zeigen. Dieser sollte laut ihm in Portimao am Hafen sein. Da wir mit verschiedenen Autos unterwegs waren, suchten wir also den Treffpunkt - freundlicherweise waren wir wieder Beifahrer bei Alex - und dachten ihn auch gefunden zu haben. Allerdings schienen die telefonischen Beschreibungen von Klenk gar nicht zu diesem Ort zu passen. So stellte es sich raus das er sich im Bettenburgen-Labyrinth Praia de Rocha befand, das über die Jahre mit Portimao verschmolzen ist. Also kam uns Klenk mit dem Auto entgegen und so konnte man in Kolonne das Irish Pub finden. Von der Einrichtung war es ein sehr gut auf alt getrimmter Laden, der durch viele kleine Utensilien wirklich den Eindruck geben könnte, man wäre mitten in Dublin. Weniger dazu paßte die portugiesische Fado-Karaocke, vor allem wenn diese Jammernusik ein paar Dezibel zu laut eingestellt ist.Nach ein paar Runden brachen wir wieder auf. Während Klenk zurück ins LeMeridien aufbrach, ging es für uns ins Black Stove . Überraschenderweise wurde es sogar länger als beim ersten Besuch und so sank man schlaftrunken am frühren Freitagmorgen ins Bett.

Freitag:
Der letzte Trainingstag des VfB in Portimao, der letzte komplette Tag für Gerold und mich in Portugal. Das Wetter zumindest wieder weitgehend trocken, die Sonne versteckte sich aber weiterhin. Mittags brachen wir auf nach Silves um den letzten Ort auf unser Sightseeings-Liste abzuhaken. Das Castelo de Silves ragt hoch über die Stadt hinaus und liefert sehr schöne Bilder. Auch ein Besuch im Innern lohnt sich, um einen Blick über die Stadt zu werfen. Sicher könnte man sich hier in einem Straßencafe niederlassen und etwas entspannen. Dazu haben wir aber heute keine Zeit, denn an der Grenze zu Spanien in Vila Real de Santo Antonio empfängt Hannover 96 den FC Augsburg, der sein Quartier im gegenüberliegenden durch den Grenzfluß Rio Guadiana getrennten Ayamonte abhält. Das Spiel ist nicht besonders gut, der Zweitligist liegt zur Halbzeit vorne um nach 90 Minuten mit 2:1 zu verlieren. Enke spielt bei Hannover erstmal wieder komplett durch, während bei Augsburg Imre Szabics zu fehlen scheint. Während VRSA nichts schönes zu bitten hat, erinnert der Vorort Castro Marim etwas an Silves, auch hier überragt die Burg das kleine Städtchen.Black Stove mit Ebbo

In unserem Hotel essen wir zum Abschluß im Restaurant, bevor uns Alex abholen kommt, um zum letzten Mal ins Black Stove zu gehen. Als Überraschungsgast ist heute Ebbo Trautner zugegen. Der Abend ist sehr kurzweilig und man hätte sich sicher noch Stunden unterhalten können, aber da es am nächsten Morgen sehr früh Richtung Faro geht, findet der Abend kurz nach Mitternacht sein Ende. Die Fußballer verschwinden aus Portimao und machen für die Formel-1 Platz, die hier zu Testfahrten anreisen. Torro Rosso ist bereits in unserem Hotel angekommen als wir ins Hotel kommen.

Samstag:
Aufstehen, duschen, auschecken, bezahlen, fahren, tanken, abgeben, einchecken, boarden, fliegen, bezahlen, fahren, ankommen!

Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieser schönen Woche beigetragen haben.

CJ