VfR Aalen - VfB Stuttgart II
Hertha BSC - VfB Stuttgart


Da Gerold und Dunga mich zu einer etwas seltsamen langen Reisestrapaze nach Berlin überredet hatten und ich dafür noch Simon ins Boot geholt hatte, ging es für mich am Freitagnachmittag von Jülich Richtung Westerwald, wo sich noch ein Oberligaspiel, der in Simons Nachbarschaft angesiedelten SG 06 Betzdorf gegen den FSV Ludwigshafen Oggersheim, anbot. Nachdem ich über so manche Wald- und Wiesenstraße in Wissen ankam, mußte ich noch Simon ausfindig machen, was - nachdem das Handy dann doch wieder Empfang hatte - auch zügig klappte, da der Anpfiff aber bevor stand, ging es jetzt schleunigst nach Betzdorf. Punkt 19 Uhr dann den Ground geentert, rechtzeitig zur Durchsage, dass das Spiel wegen Schiriverspätung erst eine halbe Stunde später beginnen würde. Das Spiel gewann der Gast 2:0, nach ein paar Kölsch und den lustigen Einlagen der „Green Wave“, die aus Protest ihre Fahnen falsch herum auffingen und den Gästen des „ChemiestadtInferno“, die erst zur 2.HZ kamen und vom Dorf-TV interviewt wurden, ging es wieder zügig zu Simon, wo wir noch ein paar Getränke zu uns nahmen und der Wäller beim Packen gewisse Utensilien nicht ausfindig machen konnte.

Am nächsten Morgen wurde man dann auch fündig und nach einem ausgiebigen Frühstück (Danke Yvonne) ging es wieder durch den Westerwald bevor man endlich eine Autobahnauffahrt erreichte, 4 Stunden später erreichten wir dann Dungas Guantanamo Bay, wo bereits seit dem gestrigen Tag Gerold mit den West Hammers Phil, Steve und dessen Sohn Matt hausten, zu denen sich dann auch Netti bequemte. Als wir den müden Haufen endlich aus den Kissen geholt hatten, ging es auch schon zum Stuttgarter Hbf, um den Engländern unsere glorreichen Amateure in Aalen vorzuführen. Im Zapfhahn angekommen wollte schon ein Degerlocher unsere Engländer zur Waldau missonieren, was aber eher nur für Gelächter sorgte. Es folgte eine feucht-fröhliche Fahrt in die Ostalb und die Bekanntschaft mit dem wie immer freundlichen Bahnpersonal. Beim Marsch zum Stadion fand man, noch eine Lokalität, in der man sich noch den ein oder anderen genehmigte, bevor man zum Anpfiff das Waldstadion erreichte. Zu einigen Unkonzentriertheiten in der verletzungsbedingt geänderten Abwehr kam noch der 12. Mann der Aalener dazu, der heute nicht in schwarz sondern in gelb auftrat. Nach einem 3:0 für die Gastgeber schien alles gelaufen, aber bis Mitte der 2.HZ war man wieder auf 3:2 heran gekommen, doch nach einem lächerlichen Elfer zum 4:2 war das Spiel gelaufen und so folgte nach einem weiteren Straßstoß auch noch das 5:2. Der Aalener Kinderchor feierte den Sieg wie eine Meisterschaft und für uns ging es wieder in die Kneipe von vorhin, in der wir noch die Bundesligakonfernez zu Ende sahen und uns auf den Weg zum Bahnhof machten, dort verpaßten wir erstmal unseren Zug und so blieben wir noch ein Stündchen länger in dem Provinznest. Prost!

In Cannstatt, wo es wie meist während des Volksfestes regnete, angekommen, ging es zielstrebig ins Grandls Zelt, wo wir an den Seitennotausgängen durch die Unpässlichkeiten einiger Ordner schnell Zugang bekamen, die Platzsuche erschien hingegen etwas schwieriger, aber auch dies wurde zeitnah gelöst, einige Maß und Stunden später, brachen wir dann unter sinflutartigen Regenfällen Richtung Gaißburg auf, wo das Bier diesmal sogar kalt war und schon einige bekannter Gesichter zugegen waren. Als sich die Nacht dem Ende zuneigte und Gerolds Oberkörperfrei-Aktionen beendet waren, ging es zurück in unser Nachtlager, wo sich die Absackerbier-Fraktion noch ein paar Späße mit den Schnarch- und Tiefschläfern erlaubte.

Nach einer kurzen Nacht und der logistischen Meisterleistung innerhalb von 1 Stunde 8 Personen unter die Dusche zu bringen, ging es um 8 Uhr zum Hbf, wo um kurz vor 9 Uhr der ICE in die Bundeshauptstadt losfuhr. Durch genug Proviant und ein gewisses Schlafnachholpotential kamen wir auf der Fahrt ohne Bordbistrobesuch aus und als wir in Berlin ankamen, wurden wir bereits vom Pöbel-Paul, Ute, Steffele und dem Kriegsbullen empfangen. Nach einem stärkenden Zwischenstop irgendwo in Berlin ging es zum Olympiastadion, in dem man inzwischen sogar ohne Kontrolle auf Toilette gehen darf. Nach einer eindrucksvollen Berliner Choreografie, ging es bereits los. Und für den VfB hätte es kaum besser beginnen können, der für Boka spielende Magnin brachte eine Hereingabe auf Gomez, der denn Ball wunderbar im Berliner Tor unterbrachte. Doch danach herrschte erstmal Tiefschlaf und so drehte der BSC das Spiel innerhalb von 10 Minuten durch Tore von Friedrich und Pantelic, bis zur HZ passierte dann nicht mehr viel. Im Durchgang erhöhte der VfB dann wieder das Tempo und kam durch Cacaus Hinterkopfballtor zum verdienten Ausgleich und auch in der Folgezeit war der VfB am Drücker, schlussendlich blieb es aber beim Remis, welches der Hertha lächerlicherweise die Tabellenführung bescherte. Insgesamt waren diesmal sogar 12 YNWAler anwesend, was füreinen Sonntag in Berln wohl Rekord darstellt. Am Stadion wurden dann noch ein paar Getränke zu sich genommen und dann ging es schon auf zum Hbf wobei man in der S-Bahn noch ein paar Dummschwätzer aushalten mußte.

Im Nachtzug dann schnell die Sessel mit Embryostellung eingenommen und dann wenig später das Bordbistro zu entern, nach einigen Runden war dort aber Sperrstunde und so machte man es sich teilweise auf dem Boden im Fahrradabteil gemütlich, wo man die letzten Bierreserven vertilgte und auch noch von einer seltsamen Spezies Mensch, der vorher bereits andersweitig Kontakt zu Dunga aufgenommen hatte, ein paar Flaschen Freibier bekam. Wenig später beendete auch das letzte Grüppchen die Feierlichkeiten und nur einen Wimpernschlag später, weckte uns der Schaffner um uns in KA endlich los zu werden, anschließend an eine kurze Stärkung fuhr dann ein ICE endlich weiter nach Stuttgart.

Nach ein paar Stunden im Guantanamo Bay ging es dann zum Abschluß zum Chinesen, dessen Mittagsbüffett ausgiebig genutzt wurde. Mit vollen Bauch machten wir – Simon und ich – uns auf den Weg in den Westen, nach den ersten Baustellen in der Stuttgarter Innenstadt gab es bis Wiesbaden keine Probleme, aber plötzlich ging gar nichts mehr, wenig später meldete dann der Verkehrsfunk eine Vollsperrung mit von 12 über 15 auf 18km anwachsenden Stau, nachdem sich 2 Stunden fast gar nichts tat, erreichten wir im Schneckentempo die nächste Ausfahrt, eine weitere Stunde später hatten wir den Stau umfahren und waren endlich wieder auf der Autobahn, auf der sich gerade ein erneuter Unfall ergeben hatte, an dem wir aber glücklicherweise noch vorbei kamen. Nach 7 Stunden war die Rückfahrt bewältigt, zwar hundemüde aber letztendlich hatte sich der Trip insgesamt durchaus gelohnt.

Währenddessen ging die Party in Stuttgart laut Augenzeugenberichten in die nächste Nacht.

CJ